Netto Null Panorama Allgemein

Über Netto-Null-2050

Eine Begrenzung des Anstiegs der globalen Mitteltemperatur auf deutlich unter 2 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau ist grundsätzlich möglich - dies zeigt der Weltklimarat in seinem Sonderbericht über 1,5 °C globale Erwärmung.

Wichtige Maßnahmen sind schnelle und weitreichende Reduktionen aller Treibhausgasemissionen, vor allem von Kohlendioxid. Darüber hinaus muss der Atmosphäre Kohlendioxid entzogen werden. Es kann in natürlichen Senken – wie zum Beispiel Böden und Wäldern - gespeichert werden. Zudem kann das der Atmosphäre entzogene Kohlendioxid durch chemische Prozesse wieder in Energieträger umgewandelt werden. In Netto-Null-2050, Cluster I der Helmholtz-Klima-Initiative , werden solche Strategien und neue Wege in vier Projekten im Hinblick auf die deutschen Rahmenbedingungen wissenschaftlich untersucht und bewertet. Zusätzlich werden zwei Fallstudien mit Beteiligten aus der Praxis durchgeführt. Das Projekt ist wie folgt organisiert (siehe Abbildung):

Netto-Null Struktur
  • Projekt 1 (P1) besteht aus zwei Teilprojekten und beherbergt die Koordination des ganzen Projekts. In P1.1 werden die sämtliche wissenschaftlichen Projektergebnisse (P1 – P4) in einer nationalen Pilot-Roadmap für ein CO2-neutrales Deutschland bis 2050 zusammengeführt und in einem interaktiven Web-Atlas der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. In P1.2 werden integrierte Energieszenarien entwickelt und analysiert. Beide Projekte stehen in einem engen Austausch, um iterativ die vielversprechendsten Szenarien und Beiträge für die Pilot-Roadmap herauszuarbeiten.
  • Die Projekte 2 bis 4 (P2, P3, P4) repräsentieren die technische Seite des Clusters. In Zusammenarbeit mit P1.1 werden Bottom-up-Bewertungen hinsichtlich der systemischen, wirtschaftlichen, technologischen, ökologischen, politischen, legalen und sozialen Rahmenbedingungen in Deutschland durchgeführt. Dies im Hinblick auf die CO2-Entfernung und die CO2-Umwandlung in Produkte wie synthetische Treibstoffe (P2), die Speicherung verschiedener Energieformen und Substrate, die für CO2-neutrale Kreisläufe erforderlich sind (P3), und die Entfernung von CO2 durch Speicherlösungen in der Natur (P4).
  • Fallstudie I stellt die wichtigste Verbindung von Netto-Null-2050 zur Gesellschaft dar. In Karlsruhe, einer der deutschen Vorreiterstädte in Sachen Klimaneutralität, sind zwei Workshops geplant, in denen Mitglieder aus verschiedenen Bereichen die Technologien und Ansätze von P2-P4 hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz und der zu erwartenden politischen Machbarkeit diskutieren werden.
  • Ziel der Fallstudie II ist die Entwicklung einer transparenten Strategie hin zu einer klimaneutralen Helmholtz Gemeinschaft.

Sämtliche Ergebnisse sollen nachvollziehbar dargestellt werden, hierzu werden sie unter anderem in einem Web-Atlas sowie einer Bodenkohlenstoff-App weiterverarbeitet. Darüber hinaus fließen sie in eine Pilot-Roadmap für ein CO2-neutrales Deutschland bis 2050 ein und sollen die öffentliche sowie politische Debatte über die CO2-Neutralität auf verschiedenen Ebenen vorantreiben – auch in der Helmholtz-Gemeinschaft selbst.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus insgesamt zehn Helmholtz-Zentren beteiligen sich an Netto-Null-2050. Das Projekt wird vom Climate Service Center Germany (GERICS), Helmholtz-Zentrum Geesthacht, koordiniert.

Helmholtz-Klima-Initiative