Tübingen

Hintergrund und Rahmenbedingungen

Tübingen sieht den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und damit den Schutz des Klimas als wichtige Voraussetzung, um die Stadt für nachfolgende Generationen als lebenswerte Stadt zu erhalten.

Seit 2008 existiert in Tübingen die städtische Klimaschutzkampagne „Tübingen macht blau“ und im November 2015 hat der Tübinger Gemeinderat die Fortsetzung der Klimaschutzkampagne beschlossen. Das hier festgelegte Ziel war es, die energiebedingten CO2-Emissionen pro Kopf bis 2022 um 25% gegenüber dem Wert von 2014 zu reduzieren. Im Juli 2019 wurde die Zielsetzung dahingehend angepasst, dass die Stadt bis 2030 klimaneutral sein möchte. Klimaneutralität bezieht sich hier ausschließlich auf die energiebedingten CO2-Emissionen.

Nicht vermeidbare Emissionen sollen durch die Nutzung erneuerbarer Energien außerhalb Tübingens sowie durch Aufforstungen/Holzzuwachs kompensiert werden. Im März 2020 hat zudem eine Einwohnerversammlung stattgefunden bei der die Stadtverwaltung einen Entwurf für ein entsprechendes Klimaschutzkonzept vorgestellt hat. Dieser Entwurf soll im Laufe des Jahres 2020 mit der Stadtgesellschaft weiter diskutiert und im Gemeinderat bis Ende 2020 ein neues Klimaschutzprogramm verabschiedet werden.

Szenarien

Da das Klimaschutzkonzept Tübingens noch im Arbeitsprozess steckt, wurde dementsprechend bisher noch keine Szenarienentwicklung erarbeitet.

Maßnahmen und deren Umsetzung

Der Entwurf für das angepasste Klimaschutzkonzept ist in die folgenden drei Energieverbrauchssektoren gegliedert: „Wärme“, „Strom“ und „Mobilität“. Bei der Vorstellung des Klimaschutzplan-Entwurfs wurden für die Sektoren entsprechendeKernmaßnahmen vorgeschlagen. Diese Vorschläge beziehen sich unter anderem auf eine angestrebte Senkung des Stromverbrauchs pro Kopf, eine Steigerung der Nutzung von erneuerbaren Energien in der Wärmeversorgung und auf die Umsetzung eines ticketfreien öffentlichen Personennahverkehrs.

Unabhängig davon wurden innerhalb der Klimaschutzkampagne „Tübingen macht blau“ schon einige Maßnahmen umgesetzt, wie der Tübinger Klimapakt. Dieser ist ein Zusammenschluss aus ortsansässigen Firmen und Organisationen, die sich verstärkt für den Klimaschutz und das Energiesparen engagieren wollen. Die teilnehmenden Betriebe verpflichten sich, die Stadt bei ihren Bemühungen zur CO2-Reduktion zu unterstützen. Es finden regelmäßige Treffen statt bei denen sich über Klimaschutzmaßnahmen ausgetauscht wird und interessierte Firmen/Organisationen jederzeit neu dazukommen können.

Des Weiteren gibt es innerhalb der Kampagne verschiedene Förderprogramme mit denen Privatpersonen sich am Klimaschutz beteiligen können bzw. dazu aufgerufen werden sich aktiv zu beteiligen. Dazu zählt unter anderem die Förderung der Installation von Solaranlagen im Kontext einer sogenannten Solardachbörse unter dem Titel „Solar ist Trumpf“. Außerdem wurde innerhalb der Klimaschutzkampagne „Tübingen macht blau“ eine Abwrackprämie für fossile Zweiräder eingeführt. Damit ist Tübingen die erste Kommune in Deutschland, die eine solche Abwrackprämie einführt, um den Umstieg auf elektrische oder öffentliche Verkehrsmittel zu fördern. Die Höhe der Prämie hängt von der Schadstoffklasse des Zweirades ab, wobei zwischen 200 und 500 Euro ausgezahlt werden.

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