München

Hintergrund und Rahmenbedingungen

München sieht sich als große Stadt in einer besonderen Verantwortung beim Umgang mit dem Klimawandel. Bis 2050 möchte München eine klimaneutrale Stadt werden. Klimaneutralität ist hier definiert durch einen nur noch geringfügigen Ausstoß von Treibhausgasen (0,3t pro Einwohner*in im Jahr).

Dies entspricht einer Senkung der Treibhausgase um 80-95% im Vergleich zum Basisjahr 1990. Für das Jahr 2030 hat München das Zwischenziel des Ausstoßes von maximal 3t CO2-Äquivalente pro Einwohner*in pro Jahr vorgesehen. Ein wesentlicher Baustein der Klimapolitik Münchens ist das Integrierte Handlungsprogramm Klimaschutz (IHKM). Das IHKM steuert seit 2008 referatsübergreifend die Klimaschutzaktivitäten der Stadt. Seit 2013 arbeiteten hier elf Klimaschutzmanager*innen, die in verschiedenen Fachreferaten ihre Expertise einbringen sollen. 2018 wurde das IKHM zum letzten Mal aktualisiert.

Zentrale Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Zielerreichung bis 2050 im Kontext von Kommunen sind aus Sicht der Stadt München vor allem die politischen Rahmenbedingungen auf internationaler und nationaler Ebene, durch deren Festlegung Klimaziele verbindlich gesetzlich verankert sind. Außerdem werden die Bereitstellung und Nutzung von Förderprogrammen und Forschungsinitiativen des Bundes hervorgehoben.

Szenarien

Für die Untersuchung der möglichen Entwicklungspfade der Stadt München bis 2050 wurden drei Szenarien (ein Referenz-Szenario und zwei Klimaschutz-Szenarien) entwickelt. In dem Referenz-Szenario wurden aktuelle Ambitionen in der Klimaschutzpolitik fortgeschrieben. Das Referenz-Szenario wurde in Anlehnung an das „Mit-Weiteren-Maßnahmen-Szenario (MWMS)“ der Bundesregierung von 2015 erstellt. Die Annahmen aus dem MWMS-Szenario wurden mit Annahmen aus dem „Aktuelle-Maßnahmen-Szenario“ des Öko-Instituts und des Fraunhofer-Instituts, sowie mit eigenen für München spezifischen Annahmen ergänzt.

Die beiden Klimaschutz-Szenarien sind Ziel-Szenarien. Für sie wurde ein Klimaschutzziel vorgegeben und untersucht, auf welchen Wegen dieses erreicht werden kann. Im Szenario „Klimaschutz-moderat“ sollen die von der Bundesregierung festgelegten Mindestziele der Emissionsreduktion erreicht werden. Dies entspricht für München einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um 81% gegenüber 1990. Im Szenario „Klimaneutrales München“ wird eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 97% erwartet.

Maßnahmen und deren Umsetzung

Im Jahr 1989 hat München das Förderprogramm Energieeinsparung (FES) gestartet und damit begonnen sich für den Klimaschutz zu engagieren. Ebenfalls 1989 wurde das Umweltberatungsprogramm ÖKOPROFIT initiiert, das Münchener Unternehmen beratend zur Seite stehen soll. Seit 1996 gibt es eine energietechnische Fachbetreuung für Schulen und Kindergärten, genannt Fifty-Fifty. Außerdem gibt es das sogenannte Bauzentrum der Stadt München, das Bürger*innen kompetente Beratung zu energieeffizientem Bauen und Sanieren bieten soll.

Für die Jahre 2019-2021 wurde vom IHKM ein Maßnahmenpaket beschlossen, das insgesamt 113 Maßnahmen umschließt. Die Maßnahmen sind in acht Handlungsfelder gegliedert: „Wohnungsbau“, „Stadtentwicklung, Bauleitplanung, Landschaftsplanung“, „Mobilität und Verkehr“, „Energieeffizienz im Gewerbe“, „Energiebereitstellung und –verteilung“, „Energiemanagement bei stadteigenen Gebäuden und der elektrischen Verkehrsinfrastruktur“, „Beschaffungen, Dienstreisen, Dienstfahrzeuge“ und „Bewusstseinsbildung und Verhaltensänderung“. In dem Maßnahmenpaket wird vor allem für die Beteiligung der Gesellschaft an der Umsetzung der Maßnahmen postuliert. Im Rahmen des IHKM wurde z.B. der Klimapakt Münchner Wirtschaft als Zusammenschluss von Münchener Unternehmen zur gemeinsamen Reduktion der CO2-Emissionen begründet.

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